Januar 24, 2014
mandarinenfalter

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Rotkohlsuppe… bis zur Decke… bis zur Decke!!!

Rotkohlsuppe II

Kennt ihr das eigentlich auch? Dieses seltsame Einkaufsverhalten, das einen dazu bringt Dinge zu kaufen, die man weder braucht noch eigentlich haben will? Ich hatte heute mal wieder so ein Erlebnis. Bei meinem Schlendern durch den örtlichen Supermarkt (und ja, ich schlendere durch Lebensmittelläden wie andere Menschen durch Gärten… wobei ich auch gern durch Gärten spaziere), fiel mein Blick auf den gigantischen Stapel von Backpapier.

Für einen leidenschaftlichen Bäcker gibt es vermutlich kaum einen schlimmeren Gedanken als dass eine der Grundzutaten ausgehen könnte. Butter, Zucker, Mehl… Glühbirnen für den Backofen (weshalb ich auch zwei in Reserve habe)… und natürlich Backpapier. Was ist das Bäckerleben ohne Backpapier? Jawohl! Sinnlos und bar jeder Freude. Wer schon einmal eingebrannte Teigreste  von einem Backblech gekratzt hat, wird mir da seine uneingeschränkte Zustimmung zuteil werden lassen.

Sofort kam mir in den Sinn, dass meine Rolle Backpapier sich bereits bedrohlich dem Ende zuneigt und griff beherzt und ohne zu Zögern in den Stapel, um mir zwei Ersatzrollen zu sichern.

Im Hochgefühl meines Triumphes schleppte ich die Rollen (und noch etwa 3 Tonnen Lebensmittel) in meinen Keller, um vor meinem Regal mit Non-Foods fast vom Schlag getroffen zu Boden zu gehen. Nicht weniger als 6 Rollen Backpapier grinsten mir da fröhlich vom Regalboden entgegen, stapelte sich quasi bis zur Decke? Unfassbar! Ich werde noch in Jahrzehnten backen können…

…es gibt eindeutig Schlimmeres!

Und jetzt noch direkt zu meiner Rotkohlsuppe. Rotkohlsuppe… klingt das nicht schon noch etwas Besonderem? Das ist sie nämlich wirklich. Ich habe noch nie eine Suppe gegesen, die ähnlich schmeckt wie sie. Weich und rund, sanft durch die Sahne, ein paar säuerliche Anklänge, eine leichte Süße im Abgang und ganz hinten… dort, wo man es mehr spüren als wirklich schmecken kann, kommt noch eine leise Ahnung von Wald hinzu. Würzig und schwer. Ich bin sicher, das liegt an den Wacholderbeeren.

Danach sollte man eigentlich sofort einen Wildschweinbraten verzehern, den ich aber leider nicht hatte. Egal: Auch so war die Rotkohlsuppe ein echter Traum, sowohl für den Gaumen als auch die Augen. Was für eine Farbe!

Rotkohlsuppe III

Zutaten für 2 Personen:

1 mittelgroße Zwiebel
1 säuerlicher Apfel
500 Gramm Rotkohl
1 EL Butter (etwa 15 Gramm)
25 Gramm frische Cranberries
1 TL brauner Zucker
200 ml Rotwein
600 ml Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
2 Wacholderbeeren
1 EL Balsamico
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
100 ml Sahne
Walnussöl

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und in grobe Stücke schneiden. Den Apfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und in grobe Stücke schneiden. Die äußeren Blätter und den Strunk des Rotkohls entfernen und den Kohl in grobe Stücke schneiden.

Einen Topf bei mittlerer Hitze auf den Herd geben und das Stück Butter darin schmelzen. Apfel und Zwiebel darin für 3 Minuten anschwitzen. Dabei häufig rühren. Den Rotkohl zugeben und ebenfalls einige Minuten anschwitzen.

Cranberries, brauner Zucker, Rotwein, Gemüsebrühe, Lorbeerblatt und Wacholderbeeren zugeben. Den Deckel auflegen und bei niedriger Hitze köcheln bis das Gemüse weich ist. Das dauert etwa 40 Minuten.

Das Lorbeerblatt entfernen und die Suppe mit einem Zauberstab pürieren. Durch ein feinmaschiges Sieb passieren, den Topf säubern und die Suppe zurück gießen. Für weitere 3 – 4 Minuten köcheln.

Balsamico, Salz und Pfeffer zugeben, gründlich verrühren und vom Herd nehmen. Die Sahne zugeben.

Die Suppe in kleine Schüsseln füllen und mit Sahne und dem Walnussöl dekorieren.

Rotkohlsuppe IV

Ingredients for 2:

1 medium onion
1 small tart apple
1 lb red cabbage (500g)
1 tablespoon butter
25 grams (1/4 cup) fresh cranberries
1 teaspoon brown sugar
200 ml (a little less than 1 cup) red wine
600 ml (2,5 cups) vegetable stock, maybe a little more
1 bay leaf
2 juniper berries
1 tablespoon balsamic vinegar
salt
fresh ground black pepper
100 ml cream
walnut oil
Directions:
Peel and slice the onion. Peel, deseed and slice the apple. Wash the red cabbage, quarter, remove and discard middle part, and cut into stripes. Melt butter in a large pot. Add onion and apple and fry for 3 minutes, stirring frequently. Add the cabbage and cook for a couple of minutes. Keep stirring.
Add the cranberries, brown sugar, red wine, vegetable stock, bay leaf and juniper berries. Cover with lid and cook on low heat until the vegetable is done. This will take about 40 minutes.
Remove and discard bay leaf and blend soup with a handhold blender. Pour the soup through a fine sieve, cleanse the pot and pour the soup back in. Cook for another 3-4 minutes. Add balsamic vinegar, salt and pepper. Remove from heat and add cream.
To serve adle soup into bowls and sprinkle with the walnut oil and some cream.
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15 thoughts on “Rotkohlsuppe… bis zur Decke… bis zur Decke!!!

  1. Die Suppe sieht sehr gut aus und nach Deiner Beschreibung kann ich sie förmlich riechen und schmecken. Könntest Du nicht ab und zu (nur mal ganz kurz vorbeikommen) Deiner armen Mutter, die zudem immer noch erkältet ist, so ein gutes Süppchen vorbeibringen.
    Hach!! Ich tu mir schon selber leid……
    Zum anderen Thema… ich habe Dir ja „magic cleaning“ zum Lesen gegeben, aber Du nimmst ja meine Tipps nicht so ganz ernst!
    Die Angst, von den wirklich wichtigen Dingen mal nicht mehr genug im Haus zu haben, ist ja weltumspannend. Wie schreibt die Aufräumexpertin Marie Condo…, in einem weibl.Singlehaushalt fand sie mal sage und schreibe 45 neue Zahnbürsten.
    Ich vermute, die junge Dame hatte eine Riesenangst davor, eine Date zu haben und dann keine Zahnbürste im Haus. Grausam, grausam.
    So, alles nicht ganz ernst gemeint, ich gehe jetzt schlafen, denn morgen werde ich bei dem Mädelsabend sowieso die Dienstälteste sein und dann muss ich mich ja anstrengen, daß ich mindestens auf 56 und nicht auf 57 Jahre geschätzt werden.
    HDSL Ma

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    • Hallo liebste Ma!

      ich komme jederzeit, sowohl um Dir Suppe zu bringen als auch für sonstige Annehmlichkeiten zu sorgen 🙂

      Die Sache mit dem Backpapier war mir hoffentlich eine Lehre. Mir sagt das vor allem eines: Ich sollte eine Einkaufsliste führen und nicht einfach so drauf loskaufen 😉

      HDAL!

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  2. Wow, was für eine Farbe. Echt einen Versuch wert, diese Suppe! Und Backpapier kann man nie genug haben, finde ich. Ich habe meistens zu wenig bzw. es geht genau in dem Moment aus, in dem ich dringend eins bräuchte. Murphy! So, jetzt suche ich mal Deine Seite mit dem Stichwort „Mangold“ durch. Mir schwebt ein Mangoldstrudel vor für morgen oder die Tage …

    Viele Grüße!
    Doris

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    • Liebe Doris,

      ja, die Farbe ist der Kracher. Zum Thema Mangold kann ich Dir leider (momentan) noch nichts bieten, aber Du hast Recht: Das sollte ich dringend ändern.

      Liebe Grüße
      Christin

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      • Hallo Christin,
        ja, hab’s gemerkt, dass Du mangoldtechnisch noch nix im Blog stehen hast. Mein Strudel ist eher verunglückt (der ist grad noch im Ofen), aber das wundert mich nicht, denn die Blätter waren schon etwas trocken geworden im Kühlschrank. Die Packung hatte ich neulich angebrochen und nicht gut genug wieder zugemacht. Upps. Naja. Ich hab‘ jetzt auch keinen Mangold genommen, sondern Blattspinat. Es ist noch eine Riesentüte Mangold im TK, das war mir nicht so bewusst. Daraus mache ich lieber eine Quiche. 🙂

        Schönen Abend!
        Doris

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      • Hallo Doris,

        im Endeffekt ist das Aussehen ja egal. Hauptsache es schmeckt! Und ich liebe Spinat.

        Liebe Grüße
        Christin

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  3. … übrigens freut es mich, dass die Rotkohlsuppe anscheinend doch nicht bis zur Decke gespritzt ist … oder? 😉

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  4. Ich kenne das Gefühl, in Sorge zu sein, etwas Wichtiges im Haushalt könnte ausgehen. Vorhin nahm ich die letzte Rolle Klopapier aus dem Vorratschrank. Panik, Terror, ANGST. Das passiert sonst nie, ich kaufe immer eine neue Packung, wenn ich die vorletzte Rolle in Gebrauch nehme.
    Gut, eine volle Rolle wird *wohl* bis morgen früh reichen, dann macht ja der einschlägige Drogeriemarkt wieder auf, aber ich hab gerne Back-Up… Aber ich kenne auch die Gefahr, ins Hoarding zu geraten: Meine Oma hat nen Keller voller Twix, eingekochten Pfirsichen mit Etiketten aus den späten 60ern und Familienpackungen Persil mit der roten Schleife. Da scheint es wohl verständlicherweise ein großes Bedürfnis zu geben bei Generation, die im und nach dem Krieg eine Familie zu versorgen hatte…

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  5. Wow, hört sich suuuper lecker an! Passende Worte für ein so tolles Gemüse 🙂

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  6. Ein wirklich schönes Rezept! Während der Valentinszeit läuft bei HeimGourmet der Kochwettbewerb „Rezepte für 2“, da würde die Rotkohlsuppe super passen! Du kannst ja mal reinschauen: http://www.heimgourmet.com/wettbewerb-6-recipes4two.htm … mitmachen ist ganz einfach 🙂

    LG
    Alexandra

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  7. Pingback: Magie im Suppentopf | efeuwildnis

  8. Hallo Christin,
    fast genau ein Jahr später … schau hier. https://efeuwildnis.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=2679&action=edit&message=6&postpost=v2. 🙂

    Liebe Grüße und nochmals herzlichen Dank für die Kochinspiration,
    Doris

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