Oktober 21, 2012
mandarinenfalter

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Südtiroler Spinatknödel auf Pfifferlingsrahm… „aber wir haben dieses Mal wirklich kaum etwas zu essen dabei…“

Diesen Freitag hatte ich frei, was mich sehr fröhlich gestimmt hat. Momentan ist bei der Arbeit sehr viel los und ich war einfach froh zwei Tage mit meinen Freunden durch die Lande ziehen zu können. Genauer gesagt in den Europapark und nach Colmar in Frankreich. Obwohl wir nur eine Übernachtung vor uns hatten, wusste ich schon vorher, dass die Autos aus allen Nähten platzen würden. Nicht etwa, weil wir zuviel Kleidung eingepackt hatten… sondern weil wir nicht verreisen können ohne dass pro Person 1,5 Tonnen Lebensmittel verladen werden. Ich persönlich finde das auch sehr vernünftig. Erstens weil ohne etwas Anständiges zu Essen eine Reise keinen Spaß macht und zweitens man in einen Stau geraten könnte und dann vermutlich elendig verhungern müsste.

Insgesamt waren wir 6 Personen. 5 Erwachsene (zumindest altersmäßig) und ein Patenkind im Alter von knapp 13 Monaten. Auf der Fahrt nach Rust waren meine Freundinnen Me. und S. bei mir im Auto und S. versuchte sehr geduldig mir die Fahrtzeit zu verkürzen. Auf meine Fragen („Sind wir bald da?“) antwortete sie regelmäßig mit „Noch ein halber Apfel“ und „Noch ein Viertel Apfel“ und dann waren wir tatsächlich da. Auf dem Parkplatz mussten wir zunächst unsere 4,5 Tonnen Lebensmittel in die Rucksäcke verladen. Me. und S. sind deutlich bessere Organisatoren als ich. Das Beste in solchen Situationen ist daher zwei Schritte zurück zu machen, sie in Ruhe zu lassen und vor allem nicht mit überflüssigen Fragen zu stressen. Ich nutzte die Zeit um mich umzusehen und entdeckte erst einmal, dass wir von Schweizern umzingelt waren. Auf dem gesamten Parkplatz schien es tatsächlich nur Schweizer zu geben. Einen kurzen Moment beschlich mich die Befürchtung, dass wir auf einem Parkplatz ausschließlich für Eidgenossen gelandet waren, aber ich konnte diese Befürchtung nicht laut aussprechen (siehe „keine überflüssigen Fragen an das Organisationsteam“).

Nachdem wir uns wie üblich aus den 20 Warteschlangen an den Kassen zielsicher die ausgesucht hatten, an der es aufgrund von Problemen mit einem Gutschein zu Verzögerungen kam, waren wir endlich angekommen. Meine Freundinnen stürzten sich auf den Silver Star und ich mich auf eine Parkbank. Kein Geld der Welt würde mich in eine dieser Todesvorrichtungen bringen und ich stärkte mich erstmal mit etwas Essbarem. Auch dies eine rein logische Entscheidung: Was ich vertilge, muss ich später schon nicht mehr tragen.

Unsere Freunde P. und Mo. mitsamt Patenkind (PK) stießen dann später zu uns. Nachdem wir uns ausführlich begrüßt hatten, ließen wir uns sofort nieder, um… um… um… etwas zu essen. Die Begrüßungszeremonie hatte uns einfach erschöpft. Man stelle sich jetzt also folgende Szenerie vor: 5 Erwachsene, 1 PK, 1 Bank, 1 Picknickdecke von 5 qm, 16 Brötchen, 3 Rosinenbrötchen, 4 Brotaufstriche (selbstgemacht), 1 Kilo Gemüse (fertig aufgeschnitten), 1 Kilo Melone (fertig aufgeschnitten), 1 Kilo Wurstwaren, 1 Kilo Apfel (fertig aufgeschnitten), 3 Kilo Süßigkeiten, Käse und noch diverse weitere Dinge um uns ausgebreitet. Wie immer zogen wir eine beachtliche Anzahl neugieriger Blicke auf uns. Meine Freundin S. meinte jedoch, dass es sich hierbei um den puren Neid handeln würde denn „weil sie nicht so gut vorbereitet sind, müssen sie jetzt fettige Schnitzel für 8 Millionen Euro essen, für die sie zuvor 8 Millionen Stunden angestanden haben…“ Der Logik dieser Argumentation konnte ich mich nicht entziehen und wir aßen in völliger Gelassenheit weiter.

Wie immer gab es auch bei diesem Ausflug dramatische Situationen. S. beschlich zum Beispiel die ständige Furcht, nicht rechtzeitig von der sich drehenden Warte-Plattform in das Fahrgeschäft einsteigen zu können und an der Umzäunung „abgestreift zu werden“. PKs Hauptsorge bestand offensichtlich darin, dass das „Ffffleiiiisch“ (wörtliches Zitat) ausgehen könnte und P. war ziemlich nervös, weil er befürchtete nicht alle Achterbahnen zu schaffen. Wir meisterten sämtliche Krisen. Im Anschluß daran arbeiteten wir uns zielsicher, wenn auch nicht sehr planvoll durch einen Großteil der Attraktionen. Ganz zum Schluß entschieden sich P. und Me. noch für eine Fahrt mit der Holzachterbahn Wodan und Mo., S., PK und ich tuckerten noch eine Runde mit den Piraten von Batavia durch die Lande (Indoor-Wasser-Piratenszenen-Gedöns). Den größten Spaß am Tag hatte ich allerdings mit meinen Freundinnen beim Rafting. Wir sprangen von den Plätzen, kreischten wie Teenager und lachten bis uns alles wehtat. Was für ein Tag!

Spinatknödel:

100 g Knödelbrot
100 g Tiefkühl-Spinat, aufgetaut
1 Ei
20 Gramm Gruyere
1 EL Mehl
25 ml Milch
1 TL Muskatnuss

Pfifferlingsrahm:

200 Gramm Pfifferlinge, geputzt und halbiert
100 ml Fleisch- oder Gemüsebrühe
100 ml Sahne
Salz
Pfeffer
1 kleine Zwiebel
3 EL Olivenöl
1 Zweig Thymian
1 kleine Limette

Zubereitung:

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.
Den aufgetauten Blattspinat mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Das Ei aufschlagen, mit dem Spinat in ein
hohes Gefäß geben und pürieren. Die Spinatmischung zusammen mit dem Knödelbrot in eine große Schüssel
geben und vermengen. Die Milch, sowie das Mehl untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Graukäse in Stücke schneiden. Die Spinatmasse mit nassen Händen zu Knödeln formen, in die Mitte ein
Stück Käse geben. Die Knödel anschließend in das kochende Salzwasser geben und etwa 15 Minuten lang gar
ziehen lassen.

Die Pfifferlinge putzen und je nach Größe längs halbieren. Die geputzten Pilze im Öl 3-4 min anbraten. Die sehr fein gewürfelten Schalotten zugeben und kurz mitdünsten. Mit wenig Limettensaft, Salz und Pfeffer würzen und die Brühe und Sahne zugießen. Leicht köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast ganz reduziert ist. Die fein gehackten Kräuter unterschwenken.

Die Knödel auf dem Pilzrahm anrichten und sofort servieren.

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5 thoughts on “Südtiroler Spinatknödel auf Pfifferlingsrahm… „aber wir haben dieses Mal wirklich kaum etwas zu essen dabei…“

  1. Ich bin neidisch …

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  2. Das klingt nach einem tollen Tag! Ich kann mir die Picknick-Szene lebhaft vorstellen 😉

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  3. Dein Pilzgericht mit Knödeln sieht sehr lecker aus- genau das Richtige für den Herbst! Und ich liebe Pilze 🙂 Und Spinat 🙂 und Rahm 🙂

    Ich wollte (und will) wirklich NICHT von einem überdimensionalen kitchen-aid paddle attatchment in die Entengrütze gestreift werden. Das war ja wohl mal lebensgefährlich!
    Nur gut, dass ich so ein kräftiges Vesper (a.k.a. „Jause“) verdrückt hatte, sonst hätte ich keine Kraft gehabt schnell genug zu spurten. Und wäre mit meinem Rucksack voller Essen auch noch untergegangen wie ein Stein (ooookeeeeee, Wasser war vermutlich 30 cm tief…).

    Wenn noch wer vorbeikommen mag: die restlichen Möhren gibt es heute als Gemüsepfanne. Zusammen mit den in Colmar erstandenen Navetten. Und Spinat. Und Rahm 😉

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