Oktober 13, 2012
mandarinenfalter

2 comments

Lime Curd… meine Werkstatt und die Schuhe…

Ein Auto ist eine Geldvernichtungsmaschine. Benzin, Wartungstermine, TÜV, ASU und dann die leidigen Rechnungen meiner Werkstatt, wenn mal etwas kaputt ist. Am Freitag war es dann mal wieder so weit. Bella (mein Auto) hat sich den letzten Monat über angehört als hätte sie sich spontan entschieden von einem kleinen Benziner zu einem Diesel in der Größe eines Traktors zu mutieren… oder als hätte ich ein sehr teures Tuning vornehmen lassen… wie auch immer.

Am Freitag hatte ich direkt nach der Arbeit den Termin in der Werkstatt. Meine Laune war nicht sonderlich. Erstens kann ich es nicht leiden meinen kostbaren Freitag Nachmittag mit so etwas zu verbringen, wo ich doch viel lieber etwas backen würde. Und Zweitens hatte ich etwas Magensschmerzen wegen der bevorstehenden Rechnung.

Ich schlappte also einigermaßen unlustig drauf in die Büroräume der Werkstatt, wo außer mir nur noch Männer rumhingen. Fünf Angestellte und zwei weitere Kunden. Als Frau ist man in einer solchen Umgebung jedes Mal ein Kuriosum und alle starren dich an als ob du dich in der Tür geirrt hättest. Jaaaa…. ich habe auch ein Auto. Jaaaa… das kann auch defekt sein und jaaaa… ich bin in der Lage es selbst in die Werkstatt zu bringen.

Meine Laune hob sich hierdurch nicht gerade. Also saß ich da, wartete auf die niederschmetternde Diagnose und las in meinem Buch. Irgendwann kam dann der Mechaniker meines Vertrauens angetrabt und verkündete mir mit der Miene dessen, der gerade einen Weg zum Weltfrieden gefunden hat, dass mein Krümmer defekt wäre… danach… Stille.

Aha… mein Auto hat also einen Krümmer.

Er sah mich immer noch so an, als ob diese Botschaft irgendeine Bedeutung für mich haben sollte. Also tat ich ihm den Gefallen: „Was ist ein Krümmer?“

Am Leuchten in seinen Augen erkannte ich, dass er seine Stunde gekommen sah. Ich wurde also mit gewichtiger Miene belehrt, was genau ein Krümmer sei und dass ein neuer Krümmer etwa 750 Euro kosten würde. Bei diesen Worten stand ich kurz vor der Schnappatmung. Aber erst nachdem ich fast zu seinen Füßen kollabiert wäre, bemerkte er in einem kleinen Nebensatz, dass ich zum Glück keinen brauchen würde… Ist das denn zu fassen? Ich erzähle doch auch keinem Herzkranken, dass eine Herztransplantation gefährlich ist und erwähne erst danach, dass er zum Glück keine braucht… Grrr…

Aber egal, die Rechnungssumme lag so deutlich unter dem, was ich erwartet hatte, dass mir vor Freude halb schwindelig war. Das Wochenende war gerettet und ich würde nicht den restlichen Monat von Kartoffeln und Brot leben müssen. Meine Laune verbesserte sich also schlagartig um fünfzig Prozent.

Gerade als ich gehen wollte kam der Postbote. Und was hatte er im Arm? Man mag es ja kaum für möglich halten: Das Paket eines bekannten Kaufhauses, nennen wir es Z., das gerne Werbung mit kreischenden Frauen und dem Slogan „Schrei vor Glück“ macht. Der Postbote drückte das Paket einem der Werkstattmitarbeiter in die Hand. Er sah mich an, wurde rot und ich musste grinsen… Sooo männlich geht es in einer Werkstatt also doch nicht zu. Launeverbesserung beim Hinausgehen: 100 Prozent…

PS: Der Krümmer ist Teil der Auspuffanlage… und das nächste Mal weiß ich auch das!

Zutaten für ca. 500 ml:

160 ml Limettensaft, frisch gepresst
2 EL Abrieb (Zesten) von der Bio-Limette
6 Eier
120 Gramm Butter, in Stücke geschnitten und bei Zimmertemperatur
250 Gramm Zucker
1 Topf mit Wasser
1 Glasschüssel
1 Sieb

Zubereitung:

Für die Zubereitung des Curd benötigt man einen Topf und eine Glasschüssel. Den Topf zu 1/4 mit Wasser füllen und auf den Herd geben. Das Wasser so erhitzen, dass es siedet aber nicht kocht. Die Glasschüssel muss auf den Topf passen, darf das Wasser aber unter keinen Umständen berühren. Zunächst in den Schüssel die Eier verquirlen und anschließend den Limettensaft und den Zucker mit dem Schneebesen gründlich vermischen. Unter ständigem Rühren so lange erhitzen bis die Masse die Konsistenz einer Sauce hollandaise angenommen hat. Wer ein Zuckerthermometer besitzt müsste in diesem Stadium eine Temperatur von knapp über 70 Grad Celsius erreicht haben. Es braucht mindestens 10 Minuten bis das passiert. In der Zwischenzeit sollte man vom Schneebesen auf einen großen Kochlöffel o.ä. umsteigen, damit das Rühren nicht so anstrengend wird.

Sobald die Masse eingedickt ist, die Schüssel vom Herd nehmen. Wer möchte kann den Curd jetzt durch ein feines Sieb pressen, um eine noch glattere Masse zu erhalten. Anschließend die Butter stückchenweise zugeben und solange rühren bis sie sich vollständig mit den restlichen Zutaten verbunden hat. Ganz zum Schluß noch den Limettenabrieb unterrühren. Den Lime Curd entweder sofort in sterilisierte Gläser abfüllen oder ein großes Stück Frischhaltefolie sofort direkt auf die Oberfläche des Curd drücken. Es sollten sich keine Luftblasen zwischen der Folie und dem Curd befinden. So verhindert man, dass eine Haut entsteht. Der Lime Curd kann bis zum Verzehr ca. 1 Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo er übrigens auch noch weiter eindickt.

Rezept abgewandelt nach: Joy of Baking

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2 thoughts on “Lime Curd… meine Werkstatt und die Schuhe…

  1. Hmmmhmmm, eine Woche im Kühlschrank sagst Du, ja? Dann war meins leider mangelhaft. Das war nämlich nach zwei Tagen weg *diabolisches Lachen*
    War soooooo lecker. Sauer und süß und cremig. Ich wollte es ja mit Scones genießen… Dazu kam es leider nicht mehr. Alles schon weg 😦
    Du hast IMMER so kleine Gläser…

    Im ernst- war supergut, 1000mal vielen Dank ❤

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    • Du sollst das nicht immer direkt aus dem Glas löffeln, da kann ja gar nichts übrig bleiben für Deine Scones. Freut mich, dass es Dir geschmeckt hat. Und die 1 Woche ist ja nur ein Mindesthaltbarkeitsdatum… schneller geht immer 😉

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