September 28, 2012
mandarinenfalter

2 comments

Mac and Cheese (Macaroni and Cheese)… Tatort Arbeitsplatz

Ich weiß ja nicht, ob jede Arbeitsstätte so funktioniert wie die meinige, aber ehrlich gesagt gehe ich davon aus, dass Menschen bei den gleichen Ereignissen im Normalfall auch die gleichen Reaktionen zeigen. Daher gehe ich weiter davon aus, dass meine Kollegen und ich nicht allein darin sind, dass WENN denn mal etwas Spannendes bei der Arbeit passiert, dieses Geschehen auch mit der gebührenden Aufmerksamkeit und Faszination bedacht wird. Unsere Hauptattraktion besteht darin, dass alle Schaltjahre einmal eine kurze Szene des Stuttgarter Tatorts bei uns in der Kantine gedreht wird. Wer jetzt automatisch schlußfolgert, dass ich in Stuttgart arbeite, liegt übrigens vollkommen daneben…

Auf alle Fälle wurde auch diese Woche wieder einmal bei uns gedreht. Dieses Mal allerdings nicht in unserer Kantine, sondern in einem Café direkt neben uns. So hingen wir also zu zehnt um jenes Fenster herum, das den besten Blick auf das ganze Schauspiel bot und hofften darauf Zeugen einer wilden Schießerei zu werden. Bereits zwei Tage zuvor waren sämtliche Parkplätze in dieser Straße für gefühlte 30 Kleintransporter des SWR gesperrt worden. Neben dem Café wurde ein Buffet aufgebaut, das nicht zu verachten war und an dem sich alle fleißig bedienten. Alle außer uns natürlich, die nur zuschauen durften. Hinter der Kamera etwa 20 Personen (1 Regisseur, 2 Kameraleute, diverse Kabelträger, 2 Buffetbeauftragte, 1 Kaffekocher, und das Beste: 1 Fahrradfahreraufhalterin (die Räder sollten nicht durchs Bild fahren) und natürlich Schauspieler). Da ich nie Tatort schaue, hatte ich leider keinerlei Ahnung wer da zu sehen war. Meine Kolleginnen erkannten Richy Müller dagegen sofort, der sehr smart in einem schwarzen Anzug gekleidet, eigentlich nur von seinem Wohnwagen zum Buffet und vom Buffet zum Kaffeebeauftragten hin und her spazierte. Eine sonstige Funktion war leider nicht auszumachen.

Was dann tatsächlich gedreht wurde, waren ungelogen 30 Wiederholungen der gleichen Szene. Der Wirt nimmt ein Tablett von einem der Stehtische draußen und läuft Richtung Eingangstür. Die Tür öffnet sich im selben Moment und ein Gast (wir vermuteten sofort: DER Mörder) kommt heraus, rührt beim Gehen in seiner Kaffeetasse und verschwindet hinter der Kamera. Wir waren leider nicht in der Lage zu erkennen, was an den 29 Drehversuchen davor schief gegangen war und was den 30. Versuch dann richtig machte (vielleicht hatte der Regisseur auch einfach keine Lust mehr), aber wir gaben uns natürlich den wildesten Spekulationen hin und hatten jede Menge Spaß. In der Zwischenzeit wurde übrigens das salzige Buffet abgebaut und die Kuchen rollten an.

Was soll ich sagen? Nach dem also diese 15 Sekunden-Szene nach 1 Stunde im Kasten war… wurde alles abgebaut. Ja, man höre und staune. Für diese eine Szene waren 30 Kleintransporter in Bewegung gesetzt worden, hatte es ein oskarreifes Buffet gegeben, war eine Fahrradfahrerbeauftragte eingestellt und Herr Müller extra aus seinem Wohnwagen gezerrt worden (warum weiß ich leider immer noch nicht). Jetzt weiß ich wenigstens, dass meine GEZ-Gebühren nicht für sinnlose Ausgaben vergeudet werden und bin wirklich beruhigt darüber. Wir hatten eine lustige Stunde verbracht und waren der Welt des Films ein Stück näher gekommen. Schade nur, dass sie uns nichts vom Kuchen abgegeben haben…

Zutaten für 2 große oder 4 kleine Portionen:

230 Gramm Ellenbogen-Makkaroni
80 Gramm Butter
40 Gramm Mehl
700 ml Milch
400 Gramm würziger Hartkäse (am Besten Cheddar)
50 Gramm Weich-Käse (z.B. Gorgonzola)
1/2 TL Salz
1/2 TL Cayenne-Pfeffer
1/2 TL schwarzer Pfeffer
1 kleine Knoblauchzehe, sehr fein gehackt
extra Käse zum Gratinieren
1 feuerfeste Form 23 x 33 cm

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Die Makkaroni nach Packungsanleitung in Salzwasser kochen. In der zwischenzeit einen Topf auf den Herd geben und die Butter darin bei mittelhoher Hitze schmelzen. Den Knoblauch hineingeben, das Mehl hinzufügen und mit einem Schneebesen gründlich verrühren. Etwa zwei Minuten weiterrühren und danach die Milch zugeben. Immer weiter rühren bis die Milchmischung einzudicken beginnt. Schon hat man eine Bechamelsauce (wenn auch eine etwas geschmacksarme). Mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer abschmecken und den Käse unterrühren. Nochmals abschmecken und nach Belieben weiter würzen. Die Nudeln abgießen und mit der Sauce vermischen. In die Auflaufform geben, den restlichen Käse darüberreiben und für ca. 20 Minuten in den Backofen geben. Der Käse soll eine leichte Bräunung angenommen haben.

Rezept: abgewandelt nach My Cooking Quest

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2 thoughts on “Mac and Cheese (Macaroni and Cheese)… Tatort Arbeitsplatz

  1. Oh, das ist ja ein ganz ein leichtes Zwischengericht, hihi.
    Aber perfekt für Herbst und Winter! Schaut lecker aus…

    Ja, beim Film, das ist lustig. Das Büffet war nicht so, dass man sich ob des Verpassens grämen müsste.
    Warum die vielen Wiederholungen? Dann hat der Gesichtsausdruck oder das Timing nicht gepasst für den Ausdruck der Szene 🙂
    Warum allerding 715 Leute da herumschleichen, das konnte ich auch noch nicht ergründen. Dafür muss ich noch paar mal nachts um 3 im Regen laufen, zurück, warten. Laufen, zurück, warten. Laufen, zurück, warten. Laufen, zurück, warten. Laufen, zurück, warten…

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