September 6, 2012
mandarinenfalter

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Ketchup… das Leben ist ein Abenteuer

Wenn ich von Abenteuern spreche, dann meine ich nicht, dass ich mit Mantel und Degen bewaffnet, auf einem Pferd hinter wilden Schurken herjage und sie vor mir durch den Wald treibe (obwohl das bestimmt auch spannend wäre) sondern mehr von kleinen Alltags-Abenteuern. Aber die erlebe ich dafür ständig, weil der Alltag voller Menschen ist und Menschen interessant sind und lustige, seltsame und spannende Dinge tun. Oft unbewusst (was dann die besten Abenteuer sind). Abenteuer können aber auch einfach Erlebnisse sein, die ich in dieser Form nicht erwartet hätte.

Am letzten Samstag bin ich in die Stadt gefahren, weil ich wild entschlossen war eine Einkaufsliste abzuarbeiten. Ich bin durch den strömenden Regen zu einem Deko-Laden gejoggt, den ich bestimmt seit 10 Jahren nicht mehr besucht hatte und war zu meiner Überraschung erstmal die einzige Kundin dort (wobei ich an dieser Stelle zugeben muss, dass andere Menschen nicht überrascht gewesen wären… es war erst 9 Uhr). Ich habe mich dann voller Begeisterung durch Berge von hübschen Papieren und Bändern durchgearbeitet und bei vielen Artikeln ist mir gleich eingefallen, was ich alles schönes damit machen könnte. Ich hatte sowieso schon gute Laune und die stieg dadurch noch beträchtlich an. Auf alle Fälle bin ich dann mit der Besitzerin des Ladens ins Gespräch gekommen und wir haben uns richtig gut und sehr nett unterhalten. Am Ende hat sie mir einen Teil meiner Einkäufe geschenkt (wohooo!) und ich habe erst beim Hinausgehen bemerkt, dass wir fast 40 Minuten miteinander gesprochen hatten. Meine Laune hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf 8 von 10 Punkten gesteigert.

Danach bin ich direkt weitergezogen und kam exakt um zehn Uhr vor einem allseits bekannten Händler für Elektrowaren aller Art an. Tja… was ein Glück, dass ich so lange gequatscht hatte… der Laden öffnete exakt um zehn  Uhr seine Tore. Ich musste keine Sekunde warten und schlappte zusammen mit den anderen Bettflüchtern und Senioren hinein. Und man stelle sich mein Erstaunen vor. Ich ergatterte sofort einen Mitarbeiter, der nicht nur sehr nett, sondern auch noch (Achtung, jetzt kommt es) kompetent war. Jawohl, richtig gelesen: Kompetent! Innerhalb von 2 Minuten hatte ich meinen neuen Drucker erstanden und der gute Mann blinzelte mich etwas verwirrt an. Was soll ich sagen? Ich bin nicht so der Entscheidungs-Neurotiker. Ich will etwas, ich wäge die Vor- und Nachteile ab und dann entscheide ich. Langes Hin und Her ist nicht mein Ding… er war da aber offensichtlich anderes gewohnt. Meine Laune verbesserte sich um einen weiteren Punkt auf 9 von 10.

Mittags habe ich dann Ketchup gekocht, Fußball im Radio gehört, die Sonne ist durch die Wolken gebrochen und hat den schönsten Regenbogen an den Himmel gemalt. Das Sonnenlicht hat die Regentropfen zum Funkeln gebracht, die sich in einem Spinnennetz direkt an meinem Fenster verfangen hatten. Mein Verein gewinnt 3:0. Und da war er: Der perfekte Augenblick. 10 von 10 Punkten. Alles ist wundervoll. Wow!

Zutaten für ca. 700 ml Ketchup:

1 kg Tomaten, vollreif
200 ml weißer Balsamico-Essig
1 große Zwiebel
2 – 3 Zehen Knoblauch
1 Stück Ingwer, ca. 5 Zentimeter
4 Lorbeerblätter
20 Pfefferkörner, schwarz
2 Nelken
1 rote Chilischote, mittelgroß
2 – 3 EL brauner Rohrzucker
1 TL Salz
Teebeutel zum selbst befüllen
Paketschnur o.ä.
verschließbare Flaschen, sterilisiert

Zubereitung:

Die Tomaten waschen und in Achtel schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Chilischote längs aufschneiden, die Kerne entfernen und die Schote in feine Ringe schneiden.Den Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. Zusammen mit den Lorbeerblättern, den Pfefferkörnern und Nelken in zwei Teebeutel geben und mit der Schnur zuknoten. Alle Zutaten inklusive der Gewürzsäckchen in einen großen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Anschließend bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten köcheln lassen und gelegentlich umrühren. Im Anschluß die Gewürzsäckchen entfernen und den Roh-Ketchup mit einem Pürierstab durchmixen und das Salz hinzugeben. Ist der Ketchup noch zu flüssig, einfach noch weiter einkochen lassen. Wenn der Ketchup schön sämig ist kochend heiß in die sterilisierten Flaschen abfüllen und sofort verschließen. Der Ketchup hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen.

Rezept: abgewandelt nach Nicole Stich und Coco Lang

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6 thoughts on “Ketchup… das Leben ist ein Abenteuer

  1. Oh ja, solche Momente sind toll! Seufz, will auch mal wieder…

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  2. Oha, aus dem bekannten Elektronik-Laden kam ich noch nie mit besserer Laune raus als ich hineingegangen war… Schon, dass Du einen MA erhaschen konntest ist ein großes Glück. Vor mir verstecken sie sich immer…

    „Der“ Ketchup sieht aber lecker aus… Jetzt will ich Pommes…

    Man kann auch ein Teeei nehmen (oder zwei), statt der Beutel, wenn man das zur Hand hat. Oder Kaffeefilter, sollten die im Hause sein.

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    • Es war auch für mich eine völlig neue Erfahrung 🙂 Vielleicht hat man alle 100mal Glück?

      Das Wort Teeei sieht übrigens witzig aus, wie mir gerade auffällt. Ich habe den Artikel für Ketchup extra nachgeschlagen, weil ich mir auch unsicher war. Es ist beides richtig „der“ und „das“ Ketchup. Aber für mich ist es schon immer „der“ gewesen 😉

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  3. Hallo!
    Ich muss sagen, ich bin durch Zufall auf dich und deine Rezepte gestoßen… Und bin sprachlos. Das passiert mir sonst nie! Das ist so, als ob ich die geschrieben hätte, also deine Geschichten aus deinem Leben… Du bist genauso verrückt wie ich und genauso aufnahmebereit für die wunderbaren Kleinigkeiten im Leben,
    Schade dass wir uns nicht privat kennen, das wäre sicherlich irre lustig!
    Ach ja und deine arezepte sind auch ganz ganz lecker!
    So genug gelobt! Jetzt muss ich Baby wickeln
    Yliebe Grüße und weiter so!

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    • Hallo Eva!

      Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Und vor allem vielen Dank, dass Du Dir trotz Baby die Zeit dafür genommen hast 🙂 Davon hat man als Mama nämlich wenig genug.

      Du hast recht, ich schaue mir die Welt wie eine bunte Kiste voll mit tausend kleinen und großen Geschichten an und das Verrückteste ist, dass tatsächlich jeden Tag etwas passiert!

      Viele liebe Grüße
      Christin

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