April 20, 2012
mandarinenfalter

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Steakhouse Pizza – Friseure und ich…

Heute ist Freitag. Bekanntermaßen bekomme ich am Freitag von mir selbst ein „Willkommen-im-Wochenende“-Essen geschenkt. Es darf etwas richtig Gutes sein. Heute hatte ich das gute Essen in doppelter Hinsicht verdient. Nicht nur, dass es Freitag ist… morgen gehe ich auch noch zum Friseur… Vermutlich blicken jetzt einige mit verwundertem Blick auf ihren Bildschirm. Ich kann die Frage in den Gesichtern förmlich sehen: Was ist so schlimm an einem Besuch bei Coiffeur der eigenen Wahl als dass dies ein besonderes Geschenk verdiente?

Ach ja… was soll ich sagen. Friseurbesuche sind ein schwieriges Thema. Zum einen scheine ich häufig nicht in der Lage zu sein, meine Wünsche so zu artikulieren, dass das Ergebnis meinen Vorstellungen entspricht. Das liegt selbstverständlich nicht am Haarkünstler sondern entweder an meinen mangelnden Beschreibungskünsten oder an meinen Haaren, die einfach unfähig sind sich meinen Wünschen zu beugen… Insubordination… Tzzzz… Zum anderen muss ich auch noch mindestens eine Stunde still sitzen und da mir nasse Haare ins Gesicht hängen und meine Hände unter einem gigantischen schwarzen Umhang verschwinden, der jedem Vampir zur Ehre gereichen würde, kann ich noch nicht einmal ein Buch lesen… Was für eine ungeheure Zeitspanne untätigen Herumsitzens.

Man könnte ja meinen, dass allein diese beiden Probleme schon niederschmetternd genug wären. Aber nein, weit gefehlt. Das größte und drückendste Problem folgt noch. Wer kann es erraten? Ich gebe einen Hinweis… Zwei kleine Worte: Small Talk…Von Wikipedia wird dies folgendermaßen definiert: „Als Alltagsgespräch bezeichnet man ein Gespräch, das spontan, zufällig, locker und in einem umgangssprachlichen Ton geführt wird, in dem es sich zumeist um Themen der privaten Lebenssphäre handelt.“ Das klingt so harmlos. Für mich aber ist der Gedanke ein einstündiges Gespräch mit einer mir fremden Person führen zu müssen, das sich ausschließlich um Belanglosigkeiten dreht nicht gerade ein Traum. Reden, einfach damit keine Stille herrscht. Reden, um des redens willen… Dieses Konzept verstehe ich einfach nicht. Natürlich sagt man zur Begrüßung ein paar Worte und natürlich kann man auch reden, wenn man ein gemeinsames Thema findet, aber Sätze wie… „Und?… wie findest du das Wetter heute?“ oder „Und?… hast du bald Urlaub?“… die verstehe ich einfach nicht. Zumal Friseure ja sowieso zu einer Berufsgruppe gehören, die sich jeden Tag in Endlosschleifen immer wieder das Gleiche von ihren Kunden anhören dürfen. Da muss ich sie doch nicht auch noch belästigen.

Wenn ich das alles so lese, steht mir fast schon wieder der Angstschweiß auf der Stirn… aber ich denke, ich werde es überleben… wenn auch nur knapp. Dafür hatte ich heute ja schon Steakhouse Pizza und kann mich also nicht beklagen. Die Pizza war so lecker… dafür gehe ich auch nochmal zum Friseur. Und falls sich jemand über die gigantischen Spargel wundert, die ich aufgetrieben habe. Ich habe das Rezept geviertelt und zwei Mini-Pizzen gebacken. Nicht nur lecker sondern auch noch niedlich…

Zutaten für 2 runde Pizzen oder 1 Blech:

1 Portion Pizzateig
2 rote Zwiebeln
2 Rindersteaks
Parmesan am Stück
500 Gramm grüner Spargel
Worcestershiresauce
Barbecue Sauce
Salz
Pfeffer
Balsamicoessig
200 Gramm geschälte Tomaten aus der Dose
70 Gramm Tomatenmark
Zucker
etwas Butter oder Ghee

Zubereitung:

Den Pizzateig wie im Rezept beschrieben zubereiten. Den Backofen auf 250 Grad Celsius Ober- / Unterhitze vorheizen. Während der Teig geht die Pizzasauce zubereiten. Dafür die geschälten Tomaten zerstückeln und mit dem Saft in einen Topf geben. Das Tomatenmark hinzufügen und mit ordentlich Worcestershiresauce, Pfeffer und Salz würzen. Auf niedriger Temperatur köcheln bis die Tomatensauce püreeartig und nicht mehr zu flüssig ist. Die Zwiebeln schälen und einmal halbieren. Danach in feine Scheibchen schneiden. Mit etwas Butter oder Ghee bei niedriger Temperatur in einer Pfanne anbraten. Einen guten Schuß Balsamico hinzugeben und solange köcheln bis die Zwiebeln weich sind. Mit etwas Salz würzen. Den grünen Spargel in 5 cm große Stücke schneiden. Den Pizzateig ausrollen und die Pizzaformen legen. Großzügig mit der Tomatensauce bestreichen. Mit einem Sparschäler grobe Späne vom Parmesan abschneiden und ebenfalls auf die Pizza damit, gefolgt von den gedünsteten Zwiebeln und den Spargelstücken. Einen Gitterrost auf die untere Schiene des Backofens geben und die Pizza darauf in 15 Minuten knusprig backen. In der Zwischenzeit. die Rindersteaks von beiden Seiten zwei Minuten scharf anbraten (ich mag es gerne Medium rare, aber das sollte jeder halten wie er mag). Von allen Seiten salzen und pfeffern und in schmale Streifen schneiden. Wenn die Pizza aus dem Backofen kommt mit den Steakstreifen und noch mehr Parmesanhobeln belegen. Nach Geschmack Barbecue Sauce über die Pizza geben.

Rezept abgewandelt nach: The Pioneer Woman

Vor 6 Monaten: Tom Kha Gai

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5 thoughts on “Steakhouse Pizza – Friseure und ich…

  1. Was soll ich sagen, ich war gestern 2 Stunden – in Worten zwei Stunden – beim Friseur. Ich konnte schon nach einer Stunde nicht mehr sitzen. Reden musste ich nicht. Dafür durfte ich mir ausführlich die Beschreibung des neuen Enkelkindes einer weiteren Kundin anhören. Also, das lebt nämlich in Spanien, ist zwei Wochen zu früh auf die Welt gekommen, hat unmögliche Schwieger-Tanten (ALLE drei unverheiratet!!)…

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    • SKANDAL!!! Unverheiratet… Aber da siehst Du mal, was ich meine. Die armen Friseure müssen sich doch schon genug Kram anhören. Da kann ich doch einfach schweigen 🙂 Bei zwei Stunden gab es aber Schneiden und Färben… oder? Jetzt machst Du mir Angst wegen morgen…

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      • Ja, bei mir gab es das volle Programm: Waschen, Strähnen und Schneiden. Du müsstest also viel schneller fertig gewesen sein!

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  2. Bei mir war’s am letzten Montag ganz schmerzlos- nur ein Stündchen, schön Kopfmassage und ist auch wirklich so geworden wie ich es wollte (und das ist bekanntermaßen in jedem Lebensbereich nicht so leicht!)… Zwei Wermutstropfen:
    – musste mir 45 Minuten lang Stories über die von der Schnipplerin soeben beendete Meisterschule anhören (es waren wohl die Lehrer mit der Beantwortung aller Fragen vor den Prüfungen überfordert und so waren Unklarheiten in Recht und BWL geblieben… Habe mich aber zurückgehalten und nur still zugehört, hihi.)
    -NATÜRLICH regnete es in Strömen (wie immer wenn ich zum Frisör stöckele) und das soeben gestylte Pony wellte und frizzte sich noch bevor ich die nächste Ecke erreicht hatte… Egal. Wird zur bevorstehenden Festivität das Reiseglätteisen in die Handtasche gepackt :-))

    Drück Dir die Daumen… Das wird schon!!!

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