April 10, 2012
mandarinenfalter

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Curry-Reistaler mit Honigchampignons

In letzter Zeit habe ich mich viel mit dem Thema „Lebensmittel“ beschäftigt. Oder genauer gesagt: Mit unserem Umgang mit Lebensmitteln. Ausgelöst wurde das Ganze dadurch, dass ich gelesen hatte, dass in deutschen Haushalten 21 Prozent aller Lebensmittel ungegessen in den Müll wandern. Das sind 80 Kilogramm an Nahrungsmitteln im Jahr pro Kopf. Im Jahr 6,6 Millionen Tonnen in ganz Deutschland. Sechs  M I L L I O N E N  Tonnen. Was für eine Zahl. Zuerst habe ich ja gedacht: „Das kann doch überhaupt nicht sein. So viel werfe ich bestimmt nicht weg.“ Aber dann habe ich mal angefangen mein eigenes Verhalten zu beobachten und bin richtig erschrocken. Vor allem Reste von Mahlzeiten landen im Müll, aber auch Obst und Gemüse, das nicht mehr ganz knackig aussieht fliegt sehr schnell raus. Woran liegt das nur? Ich habe festgestellt, dass ich vermutlich einfach zu viel einkaufe. Die Vorstellungen, was in meinen Kühlschrank vorrätig sein sollte ist völlig überzogen.

Den Satz „… in Afrika verhungern kleine Kinder…“, den manche Erwachsenen Kindern reindrücken, um sie zum Essen zu bewegen fand ich schon immer hochgradig unpassend (denn ob das Kind seinen Teller leer ißt oder nicht ändert in Afrika gar nichts und auf emotionale Erpressung fahre ich schon gar nicht ab). Aber es ist tatsächlich so, dass wir alle (ich selbst ausdrücklich eingeschlossen) einfach zu wenig Respekt vor Essen haben. Weil es immer da ist, im Übermaß verfügbar, schnell eingekauft und schnell weggeworfen. In früheren Zeiten und auch heute noch in vielen Regionen dieser Erde müssen sich Menschen ihr täglich Brot hart erarbeiten. Ich bin sicher, dass diese Menschen nie auf die Idee kommen würden irgendetwas wegzuwerfen. Also habe ich beschlossen in Zukunft mehr Augenmerk darauf zu richten, wie ich mit meinen Nahrungsmitteln umgehe. Ich habe angefangen Einkaufszettel zu schreiben und mir davor genau zu überlegen, was ich in der Woche denn Essen möchte. Ich versuche spontane: „Oh, das sieht ja lecker aus“-Einkäufe zu vermeiden und ich bin ein deutlich besserer Resteverwerter geworden. Das Internet bietet so viele Rezeptideen, man findet eigentlich immer etwas. So sind auch meine Curry-Reistaler entstanden. Ich glaube nicht, dass ich es schaffen werde nie wieder etwas wegzuwerfen. Aber wenn ich es erreichen kann, die Menge um die Hälfte zu reduzieren, habe ich doch schon einiges geschafft.

Zutaten für 4 Personen:

450 Gramm gekochter Reis vom Vortag (oder 150 Gramm ungekochter Reis)
1/2 Bund Petersilie
2 Eier
500 Gramm kleine Champignons, frisch
3 gehäufte TL Thai-Currypulver
1 gehäufter TL Paprikapulver, edelsüß
2 – 3 EL Semmelbrösel
Salz
Pfeffer
Sonnenblumenöl
Zucker
Honig
Butter oder Ghee

Zubereitung:

Den Reis mit einer Gabel etwas auflockern (oder den ungekochten Reis nach Packungsanleitung zubereiten). Die Petersilie waschen, trocken schütteln und fein hacken. Die Eier verquirlen und mit der Petersilie, dem Currypulver, dem Paprikapulver und reichlich Salz und Pfeffer würzen. Nach und nach etwas von den Semmelbröseln hunzufügen bis eine geschmeidige, formbare Masse entstanden ist. Die Reismasse in handtellergroße Portionen abteilen und kleine Küchlein formen. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Taler darin bei mittlerer Hitze ca. 4 -5 Minuten auf einer Seite goldbraun braten. Danach wenden und nochmals 4 – 5 Minuten garen. In der Zwischenzeit die Champignons putzen und vierteln. Mit etwas Butter oder Ghee in einer Pfanne bei nicht zu starker Hitze anbraten. Etwa 5 Minuten schmoren lassen. Danach mit einer kräftigen Prise Zucker bestreuen, gut unterrühren und die Pilze etwas karamelisieren lassen. 1 EL Honig hinzufügen und nochmals 5 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Rezept abgewandelt nach Tanja Dusy

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2 thoughts on “Curry-Reistaler mit Honigchampignons

  1. Frage (ja, das Studium hat schlimme Spuren hinterlassen in Sachen Haarspalterei): Wird bei diesen Erhebungen, wie viel man wegwirft, auch der „Abschnitt“ beim Zubereiten eingerechnet? Möhren kann man mit Schale essen und das Kerngehäuse vom Apfel ja auch. Auch Rinde vom Käse kann man viel öfter mitessen als man das wohl tut. Besonders herausragende Geschmackserlebnisse sind da natürlich kaum zu erwarten…
    UND: habe ich als Single-Haushalt einen Bonus? Soll ich die 50 Gramm Packung kaufen, obwohl die nur 10 Cent billiger ist als die mit 150 Gramm? Vier mal am Tag Käse essen mag ich natürlich auch nicht (auch nicht in tollen „Resteverwertungsvarianten“)… Müsste man aber wohl???
    Und ne Tiefkühltruhe kann ich auch nicht haben… Das würde wohl helfen?

    BItte um Aufklärung und Tips!

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    • Also: So wie ich die Untersuchung verstanden habe ging es nicht um Kerngehäuse etc. Sondern gute und genießbare Lebensmittel (Salat, der schon leicht welk ist, Die letzten beiden Stücke Pizza. Ein Apfel, der an einer Stelle schon eine leichte Delle hat usw.) Und Du hast natürlich recht: Als Single Haushalt muss man da Abstriche machen. Viele Packungen scheinen eher für Familien konzipiert zu werden. Aber vielleicht kann man einfach beim Einkaufen überlegen, wie man eine Packung auf zwei Tage verteilt bekommt. Bei Salat etc. ist das ja kein Problem. Ansonsten braucht man 2 verschiedene Rezepte für 2 Tage. Aber so kann man sich wenigstens durch viele Gerichte kochen 😉

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