März 12, 2012
mandarinenfalter

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Eton Mess Cupcakes oder: Über die Ungerechtigkeiten des Wurst-Verteilungssystems…

Kann sich noch jemand daran erinnern wie es war, wenn man als Kind zum Metzger geschickt wurde? Und dass man zuerst brav seinen Auftrag ausgeführt hat und anschließend von einer lächelnden Verkäuferin gefragt wurde, ob man „gern no´ ä Rädle Worschd“ (hochdeutsch: Würde der jungen Dame ein kleines Scheibchen Wurst zusagen) haben möchte. Natürlich wollte man das. Und dann schwebte auch schon (aufgespießt auf einer dieser Gabeln mit zwei Zinken) ein Rädchen Wurst über die Ladentheke zu einem herunter. Allein das machte es schon wert, den Auftrag für den Einkauf von meiner Mutter entgegenzunehmen. Wann hat das nur aufgehört? Wann habe ich meine letzte Scheibe Metzgerei-Wurst erhalten? Und wieso kommen die Metzgereien auf die Gedanken, dass ein Erwachsener sich nicht auch über eine Scheibe Wurst freuen würde? Ich glaube, dass die meisten Leute sich noch genauso darüber freuen würden, wie sie es als Kind getan haben. Obwohl ich natürlich zugeben muss, dass es für ein Geschäft etwas teuer wird, wenn sie ihre Ware im Dutzend umsonst abgeben. Aber das Scheibchen Wurst ist doch irgendwie auf das ganze Leben übertragbar. Irgendwann hat irgendwer mal entschieden, was „Erwachsen sein“ bedeutet und dadurch ist eine Menge Spaß verloren gegangen. Aber ab und zu sollte man ruhig auch mal wieder etwas verrücktes machen oder ein Scheibchen Wurst bekommen… das macht den Tag viel besser und hebt die Laune ungemein.

Jetzt aber noch kurz zu den Cupcakes. Eton Mess ist eine traditionelle englische Nachspeise, die mit Erdbeeren, Baiser und Schlagsahne zubereitet und am Eton College jedes Jahr zum traditionellen Cricketspiel gegen das Winchester College gereicht wird. Im Sommer gibt das ein tolles Dessert nach einem schönen Grillabend mit Freunden. Dieses Cupcakes-Rezept greift die Grundzutaten des Eton Mess auf und wandelt sie in ein etwas anderes Dessert ab.

Zutaten für 12 Cupcakes:

180 Gramm Mehl
1 gehäuften TL Backpulver
1/2 TL Salz
100 Gramm Butter, sehr weich
2 Eier
120 Gramm Zucker
1 TL Vanilleextrakt
240 ml Milch
Baiser
200 ml Schlagsahne
Erdbeermarmelade
8 – 10 Erdbeeren
1 Blatt rote Gelatine

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Mehl, Backpulver und Salz in einer kleinen Schüssel gründlich miteinander vermengen. In einer zweiten Schüssel die Butter mit einem Handrührgerät cremig aufschlagen, den Zucker hinzufügen und weiter schlagen. Wenn eine schöne, schaumige Masse entstanden ist die Eier und den Vanilleextrakt zugeben. Zum Schluß noch die Mehlmischung und die Milch unterrühren. Dabei das Mehl in drei Portionen und die Milch in zwei Portionen zugeben. Mit der Mehlmischung beginnen. Die Muffinförmchen zu etwa 2/3 mit dem Teig befüllen und für ca. 30 Minuten backen. Wenn die Cakes anfangen sich braun zu verfärben sind sie fertig.

Auf einen Gitterrost geben und auskühlen lassen. In der Zwischenzeit die Erbeeren putzen. 4 – 5 Stück vermixen. Die Erdbeermasse in einem Topf oder der Mikrowelle etwas erwärmen. Das Blatt Gelatine in Wasser aufweichen, gut ausdrücken und mit der Erdbeermasse verrühren. Die Sahne steif schlagen. Einen Esslöffel der geschlagenen Sahne mit der Erdbeermasse vermengen, danach erst die übrige Sahne vorsichtig unterheben. Wenn man die Erdbeermasse sofort mit der gesamten Sahne verrührt fällt sie stärker in sich zusammen. Die Masse anschließend kalt stellen.

Die übrigen Erdbeeren in kleine Stücke schneiden und die Baiser in kleinere Stücke zerbrechen. Aus den Cupcakes mit Hilfe eines scharfen Messers (oder eines Cookiecutters) aus der Spitze runde Vertiefungen ausschneiden und etwas Erdbeermarmelade einfüllen. Anschließend die Erdbeersahne mit Hilfe einer Tülle oder einfach mit einem Löffel auf die Cupcakes geben. Mit den Baiserstückchen und Erdbeeren verzieren.

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4 thoughts on “Eton Mess Cupcakes oder: Über die Ungerechtigkeiten des Wurst-Verteilungssystems…

  1. Bekanntermaßen hasse ich Wurst. Habe ich schon immer. Päh, päh, päh. NATÜRLICH wurde auch mir besagtes „Rädle Worschd“ angeboten, wenn ich früher den langen Berg runter und wieder rauf zum Metzger und Bäcker geschickt wurde.
    Leider war ich im Alter von ca. 7 zu schüchtern und genabel, um höflich abzulehnen! Nahm also mit spitzen Fingern das glitschige und übelriechende Gewabbel entgegen, dankte artig und sah zu, dass ich Land gewann, um möglichst unbeobachtet die fetttriefende Scheibe im nächstgelegenen Gebüsch zu entsorgen…

    Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich zum letzten mal eine Metzgerei (die hier auch noch – Achtung!- Fleichhauerei heißt. Das macht es nur bedingt besser!) betreten habe. Sicher 15 Jahre her- auf dem Gebiet hat also das Erwachsensein seine Vorzüge :-))

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    • Fleischhauerei? Nicht Fleischerei? Haha… das ist ja witzig. Da sieht man aber doch mal wieder: Des Einen Freud, des Anderen Leid. Falls sie Dir wieder ein Stück Wurst anbieten… wirf es nicht weg, bring es zu mir… zumindest wenn wir uns am gleichen Tag noch sehen… ansonsten wird es vielleicht etwa eklig 😉

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  2. Letzten Donnerstag hatte ich das große Vergnügen, in einer tollen Metzgerei in Ötisheim ein „Rädle Worscht“ zum Probieren zu bekommen. Das hat mich sofort in Kindheitstage zurückversetzt. In der Auslage lag ein interessant ausschauenes Stück „Wurst“, das sich als am Stück gerauchtes Schweinefilet herausstellte. Das „Rädle“ hat sich für die Metzgerei definitiv gelohnt – ich hab 200g davon gekauft, weil es sooooo lecker war.

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