Februar 22, 2012
mandarinenfalter

5 comments

Thailändisches Fischcurry

Eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen dreht sich um die Schweiz, genauer gesagt das Tessin. Die Schwester meiner Mutter (oder einfacher: Meine Tante) lebt dort am Laggo Maggiore mit ihrer Familie (also ihrem Mann und meinen drei Cousinen). Wir sind jedes Jahr hingefahren und es war ein Traum. Die Tessiner Bergdörfer, italienisches Eis direkt am See, Ausflüge und tolle Abendessen mit Salaten und vor allem (Traum meiner schlaflosen Nächte) frisch aufgebackene Brötchen, die wir noch lauwarm mit ordentlich Butter verputzt haben… Meine Mutter hat jedes Mal Geschenke mitgeschleppt (ist ja klar) und meine drei Cousinen erhielten jedes Mal riesige Packungen Eiskonfekt. Damit meine ich nicht das Eiskonfekt wie es häufig im Kino verkauft wird, sondern diese kleinen runden Schokoladenklötzchen, verpackt in bunter Folie, die im Mund dieses kühle Gefühl erzeugen. Meine Cousinen waren ganz verrückt danach und deshalb bekamen sie es alle Jahre wieder… na ja… oder zumindest bis zu dem Zeitpunkt als sich herausstellte, dass sie das Zeug nicht ausstehen konnten und nur meiner Mutter zuliebe nie etwas gesagt hatten. Ich habe damals eine wichtige Lektion gelernt: Wenn Du etwas nicht magst: Sei ehrlich oder es wird Dich für immer verfolgen…

Trotzdem fand ich es als Kind faszinierend, dass dieser kleine Schokodrops im Mund dieses Kältegefühl erzeugen konnte. Dieser Effekt entsteht durch die Verwendung von Kokosfett, das bis zu einer Temperatur von etwa 25 Grad fest ist und daher erst im Mund schmilzt. Beim Schmelzvorgang nimmt das Kokosfett eine erhebliche Schmelzwärme auf und daher kommt es einem so kühl vor. Lange Zeit hatte Kokosfett einen sehr schlechten Ruf, dabei ist Kokosöl sowohl für die Körperpflege als auch beim kochen eine sehr gesunde Sache… Zumindest, wenn es bio und kaltgepresst ist. Im Kokosöl ist zum Beispiel sehr viel Laurinöl enthalten, das antibakteriell wirkt. Die amerikanische Lebensmittelindustrie hat in den 50er und 60er Jahren viel Energie darauf verwandt „alle tropischen Öle“ wegen ihrer gesättigten Fettsäuren als „gefährlich“ zu brandmarken. Warum? Um die eigenen Öle besser vermarkten zu können. Inzwischen kommen immer mehr Veröffentlichungen auf den Markt, in denen zu lesen ist, dass „gesättigte Fettsäuren“ keineswegs ungesund sondern sogar sehr gesund sind. Immer wieder erschreckend welche Macht die Lebensmittelindustrie besitzt… aber egal: In diesem Fischcurry wird Bio-Kokosöl eine Zutat sein. Und das macht das Gericht lecker und gesund. Die beste Kombination überhaupt…

Zutaten für 4 Personen:

Currysoße:

1 Handvoll frischer Koriander
1 Dose Kokosnußmilch
4 Frühlingszwiebeln
1 daumengroßes Stück Ingwer, geschält und geraspelt
4 Knoblauchzehen
2 EL Fischsoße
1 EL Chilipulver
2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
2 TL gemahlene Koriandersamen
1 TL Kurkuma
2 TL brauner Zucker
1 TL Garnelenpaste
1 rote Cilischote (ohne Samen und kleingeschnitten)

Curry:

4 Fischfilets (frisch oder tiefgefroren)
1  Paprikaschote
1 Handvoll frische Pilze
2 Handvoll frische Cocktailtomaten
1 Handvoll Thaibasilikum
1 Handvoll Koriander
5 Kaffirlimettenblätter
1 Biozitrone
Kokosöl (am besten Bio)

Alle Zutaten für die Currysoße in einen Mixer geben und gründlich pürieren bis eine samtige Masse entstanden ist. Beiseite stellen. In einer großen Pfanne einen großzügigen Esslöffel Kokosöl schmelzen. Währenddessen die Fischfilets in große Würfel schneiden. Die Cocktailtomaten in Viertel und die Paprika entkernen und in grobe Stücke schneiden. Ebenso mit den Pilzen verfahren. Als erstes die Paprika mit den Limettenblättern in der Pfanne anbraten. Wenn die Paprika etwas weicher geworden sind die Tomaten, die Pilze und den Fisch hinzufügen. Alles kurz anbraten. Anschließend die Currysoße hinzufügen und alles eine Weile köcheln lassen. Jetzt die Limettenblätter wieder entfernen. Auf keinen Fall vergessen. Sie sind nicht essbar. Danach geht es ans Abschmecken. Nicht würzig genug? Garnelenpaste und Fischsoße zufügen. Zu sauer? Etwas mehr Zucker. Zu süß oder salzig? Etwas Zitronensaft rettet alles (…fast alles). Zum Schluß noch das Thaibasilikum und den Koriander grob hacken und unterrühren. Am Besten mit Basmatireis servieren und auf einzelnen Tellern jeweils mit einem Viertel der Zitrone dekorieren.

Advertisements

5 thoughts on “Thailändisches Fischcurry

  1. Hört sich lecker an! Wo kaufst du denn Kaffirlimettenblätter?

    Gefällt mir

  2. Die gibt es bei asiatischen Lebensmittelhändlern in der Tiefkühltruhe.

    Gefällt mir

  3. Oder bei Rewe! 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Required fields are marked *.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: