Januar 26, 2012
mandarinenfalter

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Brot und Butter

Manchmal muss ich mir wieder ins Gedächtnis rufen, dass es die einfachen Dinge des Lebens sind, die einem so gut tun. Ein freundliches Wort, ein Lächeln, eine kurze Hilfe. Ich war vor kurzem in der Stadt unterwegs und habe mit viel Glück eine Parklücke ergattert. Während ich zum Parkscheinautomaten gegangen bin, sehe ich, dass eine männliche Politesse (wie heißen diese Herren eigentlich? Politesser? Poliseur? Vermutlich einfach Beamter des Ordnungsamtes) gerade in meiner Parkreihe Strafzettel verteilt. Ich bin zum Auto zurückgegangen, habe den Parkschein hinter die Frontscheibe gelegt und wollte gerade abmarschieren als ich höre, wie der Herr vom Ordnungsamt mir etwas zuruft. Was passiert in solchen Momenten? Genau: Man fragt sich unwillkürlich, ob man vielleicht doch einen Fehler gemacht hat. Völlig abstruse Ideen kommen einem in den Kopf: Zum Beispiel, dass man den Parkschein am falschen Automaten gezogen haben könnte… oder dass kleine rote Fiat 500 nicht auf diesem Parkplatz halten dürfen… Der Politeur/Politesser kommt auf mich zu, lächelt mich an und sagt: „Sie hätten für diesen Parkplatz keinen Parkschein mehr gebraucht. Es ist der erste Platz, der außerhalb der Bezahlfläche liegt. Aber falls sie noch weiter in der Stadt unterwegs sind, der Parkschein gilt für alle öffentlichen Parkplätze in der ganzen Stadt. Vielleicht war es dann nicht ganz umsonst.“ Wie nett war das denn? Ich hatte nur deshalb bestimmt zwei Stunden lang eine super Laune. Und was lernen wir daraus? Zwei Dinge: Seid nett zueinander, das gibt den anderen und dir selbst ein gutes Gefühl und verbessert den Tag. Und das andere: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil (Notiz an mich selbst: Das nächste Mal zuerst schauen und danach bezahlen…)

So wie für das gesamte Leben verhält es sich auch mit dem Essen. Die einfachen Dinge sind doch oft die Besten, wie zum Beispiel ofenwarmes, knuspriges Bauernbrot mit sahnig-frischer, cremiger Butter. Und wenn man diese beiden herrlichen Dinge dann auch noch selbst produziert hat, dann schmeckt es noch einmal so gut. Ich hatte immer etwas Angst vor dem Brotbacken. Ich hatte erwartet, dass es aufwendig und zeitraubend wäre, bis ich vor etwa einem Jahr über dieses Rezept gestolpert bin. Es wurde erstmals in der New York Times 2006 veröffentlicht und ist genauso, wie ein richtig gutes Rezept sein sollte: Simpel in der Machart und mit einem überwältigenden Ergebnis. Das Innere des Brotes ist weich und fluffig, während die Rinde knusprig ist ohne dabei zu dick zu sein.

Au die Idee der Butterherstellung bin ich gekommen, weil ich noch Sahne im Kühlschrank hatte, bei der das Verfallsdatum schon fast erreicht war und ich keine anderen Ideen der Verwendung hatte. Ich werfe aber nicht gern Lebensmittel weg… es musste also ein Plan her. Auch die Butterherstellung ist wirklich unkompliziert und die selbst fabrizierte Butter schmeckt frischer und sahniger als die gekauften Alternativen.

Wie man sieht, alles kein Problem. Also ran an den Speck… äh… die Butter…

Zutaten für die Butter:

250 ml Schlagsahne (am Besten Bio)
500 ml Wasser, so kalt wie möglich
2 EL Salz

Zubereitung für die Butter:

Die Sahne in ein hohes Gefäß geben und mit dem Handrührgerät schlagen. Zuerst wird aus der flüssigen Sahne Schlagsahne. Immer weiter schlagen, bis sich die Sahne in Butterklumpen und Buttermilch aufteilt. Die festen Bestandteile in ein Küchenhandtuch geben und solange auspressen, bis keine Buttermilch mehr austritt. Das Wasser und das Salz in eine Schüssel geben und gründlich miteinander vermengen. Den Butterrohling hineingeben, die Schüssel abdecken und für mindestens 12 Stunden in den Kühlschrank stellen. Fertig ist die Butter und natürlich auch ein Glas Buttermilch für den Sofortverzehr.

Zutaten für das Brot:

400 Gramm Mehl, Typ 1050
320 ml Wasser, lauwarm
1/4 TL Trockenhefe
1,5 – 2 TL Salz
1 runde Auflaufform, Wok oder gußeisernen Topf etc. mit Deckel, aber OHNE Kunststoffteile

Zubereitung für das Brot:

Mehl und Hefe gründlich miteinander vermengen. Wasser und Salz zugeben und alles solange verrühren, bis keine trockenen Mehlstellen mehr vorhanden sind. Die Schüssel abdecken und an einem kühlen Ort (z.B. im Keller aber NICHT im Kühlschrank) 18 – 24 Stunden gehen lassen. Danach hat sich aus dem Teig eine blubbrige Teigmasse gebildet. Den Backofen auf 250 Grad (Ober/Unterhitze) vorheizen. Eine runde Glasform mit Deckel bereitstellen. Den Boden mit Backpapier auskleiden und die Teigmasse hineingeben und zwar auf einmal, in dem man den Inhalt komplett in die Glasform kippt. Mit dem Deckel verschließen und auf die mittlere Schiene des  vorgeheizten Backofens geben. Nach 5 Minuten die Temperatur auf 230 Grad reduzieren und weitere 30 Minuten backen. Als letzen Schritt den Deckel vom Topf nehmen und das Brot bei unveränderter Temperatur von 230 Grad für 15 – 20 Minuten backen (je nachdem, ob man eine dunklere Kruste haben möchte. Vorsicht beim Öffnen des Deckels. Der Dampf der entweicht ist sehr heiß. Eine halbe Stunde abkühlen lassen und noch warm mit Butter genießen.

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