Januar 23, 2012
mandarinenfalter

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Gyoza oder Meditation über den Samstag Nachmittag

Was macht die Menschheit am Samstag Nachmittag? Wenn ich Zeit dafür habe, höre ich SWR1 Stadion und arbeite in der Küche. Es gibt wenige Dinge, die eine beruhigendere Wirkung auf mich haben als Kochen in Kombination mit der sich zum Crescendo steigernden, überschlagenden Stimme des Moderators im Radio während er in sein Mikrofon brüllt: TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR in Nürnberg. Ein unglaublicher Fallrückzieher von xyz. Oder: Elfmeter. E L F M E T E R in Hamburg. Elfmeter für den Hamburger Sport Club… XYZ nietet ZYX von hinten um… Was hat sich der Junge dabei bloß gedacht?

An diesem Samstag habe ich dabei an meinen Gyoza gebastelt. Gyoza sind japanische Teigtaschen mit einer Fleisch-Gemüsefüllung. Quasi japanische Ravioli oder Pelmeni. Die Gyoza sind ganz leicht herzustellen. Man muss sich nur etwas Zeit für die Bastelarbeit nehmen. Das ist aber gleichzeitig auch sehr entspannend. Man kann über viele Dinge nachdenken oder einfach mal abschalten und sich auf die mechanischen Bewegungen seiner Hände konzentrieren.

Egal ob man lieber Gedankenjogging betreibt oder der absoluten Hirnleere frönt, die Teigtaschen schmecken sehr lecker und sind die Mühe auf alle Fälle wert. Noch ein Wort zu einer Zutat, der Misopaste. Man bekommt die Paste im gut sortierten (das wollte ich schon immer mal sagen) Asia-Laden und es gibt sie in einer hellen und einer dunklen Ausführung. Für dieses Rezept wird die dunkle Misopaste benötigt. Ich hatte Glück und habe die Paste in Portionspäckchen kaufen können:

Zutaten für 40 Stück:

40 Wan Tan Teigblätter
250 Gramm Hackfleisch vom Schwein
4 große Handvoll Chinakohl (die grünen, krausen Teile des Kohls verwenden)
1/2 TL Salz
1/2 TL Ingwer, fein gehackt
3 – 4 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 – 2 TL Frühlingzwiebel, nur der grüne Teil, fein geschnitten
2 TL dunkle Misopaste
1 TL dunkles Sesamöl
1 TL rote Chili, sehr fein gehackt
1/4 TL Zucker

Für die Zubereitung:

1 EL dunkles Sesamöl
1 kleine Kaffeetasse Wasser

Für den Dip:

6 TL Sojasoße
3 TL Reisweinessig
Einige Tropfen dunkles Sesamöl

Den Chinakohl sehr fein schneiden und gut mit dem Salz vermengen. In einer Schüssel für zehn Minuten ruhen lassen. In der Zwischenzeit das Hackfleisch, den Knoblauch, den Ingwer, die Frühlingszwiebeln, die Misopaste, das Sesamöl, den Zucker und die Chili miteinander vermischen und sehr gründlich verkneten. Danach den Chinakohl in ein Küchenhandtuch geben und sehr gründlich das Wasser herausdrücken. Den Kohl zur Fleischmasse geben und wieder sehr gründlich verkneten. Den Fleischtag mehrfach mit den Händen aufnehmen und mit Kraft wieder in die Schüssel werfen (wie meine Freundin S in anderem Zusammenhang sagte: Gut für den Geschmack und den Abbau von Aggressionen).

Eine kleine Schüssel mit kaltem Wasser bereitstellen. Wenn man nur viereckige Wan Tan Blätter bekommen konnte (wie ich zum Beispiel), mit einem Ausstecher oder einem Glas kreisförmge Teigplatten ausstechen. Danach jeweils ein Teigblatt auf eine trockene Arbeitsoberfläche legen und einen TL der Hackfleischmasse in die Mitte des Teigblattes geben. Eine Fingerspitze mit Wasser befeuchten und bei einer Hälfte des Teigblattes den Rand befeuchten. Das Teigblatt zusammenklappen und fächerförmig zusammendrücken. Das Ganze 40 Mal wiederholen.

In einer großen, beschichteten Pfanne 1 TL Sesamöl auf mittlere Hitze erwärmen. Vorsichtig die Hälfte der Gyoza so hineinsetzen, dass der Fächer nach oben zeigt und für einige Minuten braten, bis die Unterseite eine schöne hellbraune Färbung angenommen hat.

Wenn die Unterseite der Teigtaschen eine schöne Färbung angenommen hat, das Wasser zugeben. Am Besten den Pfannendeckel als Schutzschild benutzen, denn das Fett spritzt. Wenn sich der Pfanneninhalt wieder etwas beruhigt hat noch einen 1/2 TL des Sesamöls über die Gyoza träufeln und die Hitze reduzieren, so dass das Wasser nur noch leicht siedet.

Nach ein paar Minuten sollten die Teigtaschen etwas durchsichtiger aussehen als zu Beginn. Die Temperatur wieder etwas erhöhen. Den Pfannendeckel nicht abnehmen. Die Gyoza solange köcheln bis das gesamte Wasser verdampft ist. Während die Teigtaschen vor sich hin schmoren aus den Zutaten für den Dip, nun ja… den Dip herstellen. Vorsichtig mit dem Sesamöl, der Geschmack ist sehr dominant. Daher nur tropfenweise zugeben und zwischendurch den Geschmack testen. Die Teigtaschen auf einem Teller arrangieren und die Soße in einem hübschen Schälchen zu den Gyoza servieren.

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