November 19, 2011
mandarinenfalter

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Tom Kha Gai… ein Falter im thailändischen Kochhimmel…

Heute ist das Wetter etwas trüb und so herbstlich wie es die Jahreszeit verspricht. Wenn ich an solchen Tagen Hunger habe, dann denke ich eigentlich immer nur an eines: Suppe.
Ich liebe Suppen aus mehreren Gründen. Sie wärmen so herrlich von innen heraus und man braucht im Normalfall nur einen Topf (was ich grundsätzlich immer für einen Vorteil halte). Und irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass Nahrung zu löffeln, statt sie mit Messer und Gabel zu verzehren, einen irgendwie unterbewusst in die frühe Kindheit zurückversetzt.

Heute wollte ich also Suppe essen, was mir enorm gelegen kam, da ich auf diese Weise das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden konnte und endlich ein Rezept ausprobiert habe, das schon seit Monaten darauf gewartet hatte. Tom Kha Gai… Hört sich das nicht schon fantastisch an? Klingt das nicht nach exotischen Düften und bunten Farben? Nach fernen Ländern und großen Abenteuern? Tom… Kha… Gai… das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen… ist eine thailändische Suppe. Da ich ein neugieriger Mensch bin, habe ich den Namen gleich mal gegoogelt. Tom heißt kochen, Kha heißt Galgant und Gai ist das Wort für Huhn. Also: Gekochter Galgant mit Huhn… oder so ähnlich.

Möglicherweise bin ich der letzte Mensch auf Gottes schöner Erde, der noch nie mit Galgant gekocht hat und ich erzähle hier nur von ollen Kamellen. Aber für mich war diese kleine Knolle wirklich etwas völlig neues. Im Ganzen hatte sie einen ganz besonderen würzigen Duft, den ich mit nichts vergleichen kann. Angeschnitten hatte sie leichte Ähnlichkeit mit Ingwer und war trotzdem speziell, einzigartig, überraschend… eben der Duft, den ich jetzt für immer mit Galgant in Verbindung bringen werde. Aber jetzt genug der langen Vorreden. Auf an den Herd… Und bereits an dieser Stelle: Kob kun ka (Vielen Dank) fürs Durchlesen.

Und hier das Rezept für zwei Personen:

Zutaten:

250 Gramm Hühnerbrust in mundgerechte Würfel geschnitten
400 ml Kokosmilch
150 ml Hühnerbrühe
2 Stängel Zitronengras
1 Stück Galgant (ca. 5 cm)
6 Kaffir-Limettenblätter
3 EL Fischsauce
1 rote Chilischote
80 Gramm kleine Champignons, in Scheiben geschnitten
1 Limette ausgepresst
1/2 TL Palmzucker
frischer Koriander
1 Frühlingszwiebel

Zubereitung:

Etwa sie Hälfte der Kokosmilch mit der Hühnerbrühe zum kochen bringen. Währenddessen das Zitronengras mit dem Messerrücken etwas flachklopfen (für den Geschmack und eventuellen Aggressionsabbau wie meine Freundin S dereinst so schön sagte) und in drei bis vier Stücke zerteilen. Den Galgant schälen und in etwa 1 cm starke Scheiben schneiden. Die Chilischote der Länge nach aufschlitzen und die Kerne entfernen. Danach die Chili in feine Sreifen schneiden. Die Kaffirlimettenbläter mehrfach einritzen, damit sie ihren herrlichen Geschmack später besser abgeben können.

Wenn die Flüssigkeit kocht, Zitronengras, Limettenblätter, Galgant und Chili zugeben und mit 2 EL Fischsauce würzen. Bei mittlerer Temperatur etwa 10 bis 15 minuten vor sich hinköcheln lassen. Danach die Champignons unterrühren und weitere  5 Minuten Zeit geben. Danach kommt das Hühnchen dazu. Durch die kleinen Stücke müsste es nach 3 Minuten eigentlich schon gar sein. Wenn man es länger kocht, wird es schnell zäh.

Danach werden Galgant, Limettenblätter und Zitronengras entfernt. In Thailand wird wohl alles in der Suppe gelassen und die Leute wissen einfach, dass man diese Bestandteile nicht mitessen kann. Mir war das zu umständlich und daher habe ich diese Zutaten einfach wieder herausgefischt.

Die restliche Kokosmilch, den Saft der Limette und den Zucker unterrühren. Falls die Suppe noch zu lasch ist, den dritten Esslöffel Fischsauce unterrühren. Die Suppe schmeckt frisch zitronig, samtig und würzig. Zum servieren mit der Frühlingszwiebel und dem Koriander bestreuen. Wer mag kann noch zusätzliche Chilistreifen darübergeben.

kŏr hâi jà-rern aa-hăan … Guten Appetit

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